Codes, Kulturen, Begegnungen: Gemeinsam lernen in einem digitalen Europa

Manchmal zeigt sich der eigentliche Wert eines Austauschs nicht im Programmplan, sondern in den Momenten dazwischen: in Gesprächen, gemeinsamem Lachen und dem leisen Entstehen von Freundschaften über Grenzen hinweg. Genau das konnten unsere Schülerinnen und Schüler bei ihrer Mobilität nach Leśna erleben.

Eine Gruppe von Jugendlichen der 8. und 9. Klassen verbrachte mehrere Tage an der Partnerschule in Leśna. An jedem Tag arbeiteten die deutschen und polnischen Schülerinnen und Schüler gemeinsam in international gemischten Gruppen in der Schule. Ziel war es, spielerisch zu lernen, kreativ zu arbeiten und sich gleichzeitig besser kennenzulernen.

Ein Schwerpunkt der gemeinsamen Aktivitäten lag im Bereich des Programmierens und des digitalen Denkens. Mit sogenannten Coding Mats folgten die Jugendlichen Schritt für Schritt bestimmten Befehlen, um schließlich einen versteckten Code zu entdecken. Dabei wurde schnell deutlich: Programmieren bedeutet vor allem logisches Denken, Zusammenarbeit und manchmal auch ein wenig Geduld.

Besonders viel Freude bereitete den Schülerinnen und Schülern die Arbeit mit kleinen Robotern. Die sogenannten Photon-Roboter wurden so programmiert, dass sie auf dem Papier ein Haus zeichnen konnten. Auf diese Weise wurde abstraktes Programmieren plötzlich ganz sichtbar und greifbar. Auch mit dem Lernspiel Scottie Go beschäftigten sich die Gruppen intensiv. Hier mussten sie neue Programmierbefehle kombinieren, damit die Figur Scottie endlich den Weg nach Hause findet.

Neben diesen technischen Aufgaben entwickelten die Jugendlichen auch selbst kreative Projekte. In internationalen Teams entwarfen sie eine digitale Schnitzeljagd rund um das Schulgelände. Anschließend führten sie diese auch durch und erkundeten so spielerisch die Umgebung der Schule.

Was wir uns immer wünschen, aber niemals vollständig planen können, zeigte sich ganz von selbst: Die Schülerinnen und Schüler wollten sich besser kennenlernen. Deutsche und polnische Jugendliche verbrachten nicht nur den Schultag gemeinsam, sondern trafen sich auch nach dem Unterricht, spielten, redeten und hatten zusammen Spaß. Genau in diesen Momenten entsteht das, worum es bei solchen Begegnungen eigentlich geht.

Der Abschied fiel deshalb besonders schwer. Am letzten Tag flossen viele Tränen, und nicht wenige Kinder äußerten den Wunsch, noch länger bleiben zu dürfen. Doch zum Glück wird die Trennung nicht lange dauern: Bereits in drei Monaten werden die polnischen Schülerinnen und Schüler zu einem Gegenbesuch nach Gau-Algesheim kommen. Dann können die neu entstandenen Freundschaften weiter wachsen.

Ermöglicht wurde diese Mobilität durch Mittel des Erasmus+-Konsortiums der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz (ADD). Für diese Förderung sowie für die Teilnahme durch die Mitgliedschaft der Realschule plus Gau-Algesheim im Konsortium sind wir sehr dankbar.

Die finanzielle Unterstützung durch das Erasmus+-Konsortium machte es außerdem möglich, besonders vielen Kindern mit geringeren Chancen die Teilnahme an dieser Reise zu ermöglichen. Gerade solche Erfahrungen – neue Orte entdecken, andere Kulturen kennenlernen und internationale Freundschaften schließen – können für junge Menschen von unschätzbarem Wert sein.

Solche Begegnungen erinnern uns daran, dass Europa nicht nur ein politisches Projekt ist. Es lebt vor allem durch die Menschen, die sich begegnen, voneinander lernen und gemeinsam Zukunft gestalten.